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Aitutaki, Perle des Pazifiks

10.00 Uhr
Das Archipel Aitutaki ist wohl eines der paradiesischsten Fleckchen Erde.
Erstmalig wurde es von Captain Bligh im Jahre 1989 gesichtet, wenige Tage vor der Meuterei auf der Bounty.
2400 Menschen, "Natives", leben hier. Die Insel ist ein sehr altes Atoll, so dass die Inselmitte schon weit abgesunken ist.

Abbildung 1

Es gibt also nur ein paar Hügel, die ringförmig um eine ausgedehnte Lagune angeordnet sind. Die sehen aus der Ferne fast aus wie die Almen in Österreich.

Abbildung 2

Der Inselbus bringt uns in nördlicher Richtung, am kleinen Flughafen vorbei, zu einem malerischen Strand. Es gibt eine kleine Snack-Bar unter einem Palmendach. Wir ziehen uns ein paar Stühle und Liegen unter die niedrigen Palmen.

Abbildung 3

Die Lagune ist durchzogen von kleinen, tieferen Kanälen, so dass immer frisches Wasser hineingespült wird. Die Farbschattierungen reichen von einem hellen türkis bis zu marineblau. Überhaupt sind hier die Farben so intensiv, dass man, nach Deutschland zurückgekehrt, wohl erst mal denken muss, man sei farbenblind.

Abbildung 4

11.30 Uhr
Wir schwimmen im tieferen Lagunenteil zu einer Sandbank weit draußen. Von dort kann man zu einer der vorgelagerten Insel mit einem traumhaften Resort laufen. Ich erkundige mich nach dem Zimmerpreis und der erscheint mir mit 500 Euro die Nacht, zumindest für mich und auch den Großteil meiner Bekannten, als deutlich zu hoch.
Die Anlage ist aber wirklich sehr exklusiv. Kleine Süßwasserpools zwischen den Palmen. "Over Water Bungalows", die nur mit einem kleinen Steg zu erreichen sind. Und ein süßes Restaurant im Zentrum dieser kleinen Insel. Ich spreche mit Hotelgästen. Sie berichten, sie seien seit einer Woche hier und es sei zwar tagsüber sehr schön, abends würden sie jedoch von Moskitos und Sandflöhen aufgefressen. Dieser Platz wird halt auch für diese Kreaturen ein Paradies, wenn ahnungslose Touristen dort einfallen.

Abbildung 5

12.30 Uhr
Wir werden von einem Boot mit einem Bootsführer, der offensichtlich keine Lust zu seinem Job hat, die 50 Meter wieder zum Festland zurückgefahren.
Maria, die Snack-Bar-Leiterin, macht uns einen großartigen Thunfisch-Burger, Schinkenkäse-Toasts und einen Avocado-Shrimps-Salat. Dazu gibt es eisgekühltes einheimisches Quellwasser. "Aitutaki-Heaven" heißt es. Wir beschließen, eines Tages zu diesem Ort zurückzukehren.

15.00 Uhr
Wir nehmen den Bus zurück zum Anleger. Der Busfahrer Clinton (er wird von Freunden auch Bill genannt), ein sehr fröhlicher Mittzwanziger mit neuseeländisch-englischem Akzent, gibt uns Tipps für günstigere Unterkünfte.

Abbildung 6

An jeder Ecke grüßt er Familienmitglieder. Er erklärt, jeder Einwohner der Insel sei mit dem anderen verwandt. Aus diesem Grund, sagt er, habe er auch keine Freundin hier. Alles Cousinen.
Finden am Anleger den so genannten Supermarkt. Bei uns würde er, gemessen an Sortiment und Größe, eher Tante-Emma-Laden genannt werden.
Zwei Damen um die 50 im Cabrio fahren vor. Wir kommen ins Gespräch. Sie erklären mir, sie fahren heute den ganzen herrlichen Tag einfach so durch die Gegend. Bei nur knapp zehn km Straße auf der Insel eine echte Leistung.
Die Fahrerin bietet mir, auf das schicke Auto angesprochen, den Wagen zur Miete an. Und nach einem Moment auch ihre Freundin. Ich gehe auf keines der großzügigen Angebote ein.

21.45 Uhr
Nach dem Abendessen an Bord großes Hallo. Es ist Rosenmontag und deshalb wird Karneval gefeiert. Ein Fest, das die multiregionale Gesellschaft in diesem Mikrokosmos polarisiert. Hamburger stehen ungläubig neben ausgelassenen Rheinländern, die sich mit allerlei Accessoires bunt beschmückt haben.
Ein "Native" aus der Südsee würde wohl bei diesem Anblick an eigene stammesgeschichtliche Riten erinnert. Mir als Hamburger fällt in diesem Zusammenhang der alte Spruch "Ausländer rein! Rheinländer raus!" wieder ein. Die Crew gibt sich sehr viel Mühe und jede Abteilung organisiert einen eigenen kleinen Faschingsumzug mit Kostümen. Die Abteilung Entertainment kommt als 7-Zwerge-Umzug mit dem von mir für den letzten Otto-Film komponierten Zwergenmarsch "Hey Zwerge, hey Zwerge, hey Zwerge ho" auf die Bühne. Die Abteilung Maschinenraum, allesamt philipinischer Herkunft, tritt mit selbst bemalten und eigens für diesen Anlass hergestellten Masken und Kostümen auf. Gewinner des Abends ist ein Umzug, in dem die Küchencrew, als Sklaven verkleidet, einen dekadenten Gast bedienen müssen.
Den Abschluss bildet ein sehr gelungenes Feuerwerk, das von der obersten Terrasse aus abgeschossen wird.
Trinke ein Bier zu viel. Bin überzeugt, dass der Seegang zugenommen hat.