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Fulaga, Trauminsel Fidschis

8.00 Uhr
Schon beim Aufstehen wird klar, dies wird ein ganz besonderer Tag.
Seit den frühen Morgenstunden pendeln Schlauchboote (sogenannte Zodiacs) auf das nicht bewohnte Atoll, um Tische, Bänke, Lebensmittel und Sonnenschirme an Land zu bringen.

9.00 Uhr
Frühstücken an Bord. Packen alles für den Landgang ein.

10.00 Uhr
Wir legen unsere Schwimmwesten an und steigen vom Schiff in das mit einem 38 PS starken Außenbordmotor versehene Schlauchboot.

Abbildung 1

Der Weg führt uns durch eine natürliche Furt, in dem das das Atoll umschließende Korallenriff durchbrochen ist.
In der Lagune angekommen, entpuppt sich die ganze Schönheit dieses Ortes. Wir sind umgeben von klarstem Wasser, in dem man 30 Meter in die Tiefe sehen kann, wie durch ein Glas. Es gibt kleine Sandbuchten, die in das Innere des ringförmigen Atolls gerichtet sind. Überall ragen Palmen und blumenbewachsene Inselchen aus der Lagune.

Abbildung 2

Solche Bilder waren mir bislang nur aus "James Bond"-Filmen bekannt. Ich war immer der Meinung, es würde dort viel farblich retuschiert. Ich habe mich getäuscht. Es gibt solche Plätze wirklich. Wenn ein Platz auf dieser Welt unserer Vorstellung vom Paradies am nächsten kommt, dann mit Sicherheit dieser.
Bunte Vögel tanzen um diese aus Vulkangestein und im Laufe der Zeit verwitterten Inselchen.

Abbildung 3

Das äußerst fruchtbare Vulkangestein bietet mit seiner mineralhaltigen Beschaffenheit einen idealen Nährboden für tropische Pflanzen, die dort üppig gedeihen.
Jede dieser Eilande scheint über dem türkisen Wasser zu schweben, denn durch gezeitenbedingte Erosionen der Unterseiten, stehen sie wie Pilze im Wasser.

Abbildung 4

Wir nähern uns dem Ziel des Ausflugs. Ein malerischer Strand mit weißem gemahlenen Muschelsand. Es sind Zelte, Tische und Bänke mit weißen Tischdecken aufgebaut. Viele Gäste schwimmen schon in der Lagune, andere sitzen an den Tischen und werden mit Getränken versorgt. Einige trinken auch schon Bier.

Abbildung 5

Wir werden am Strand abgesetzt.
Das Hinterland ist ein dichter mit Palmen und niedrigeren, immergrünen Pflanzen dicht bewachsener Dschungel. Der Platz, an dem die Tische stehen, wurde vorher von liegen gebliebenen Palmwedeln und Kokosnüssen befreit, so dass eine kleine Lichtung entstand.
Die Palmen spenden etwas Schutz vor der glühenden Sonne.
Weiter ins Landesinnere vorzudringen gelingt mir nicht und wäre nur mit einer Axt möglich.
Wir suchen uns ein Plätzchen unter einem Strauch am Strand und gehen schwimmen.
Diesen Platz werden wir wohl unser ganzes Leben nicht vergessen.

12.00 Uhr
Ich komme mit einem Einheimischen, der diese Expedition begleitet, ins Gespräch.
Er erklärt mir, das ganze Archipel sei unbesiedelt und einsam. Nur weit in der Ferne existiere ein kleines Fischerdorf. Möchte man an diesen Ort zurückkehren, müsse man entweder das Boot von der Hauptinsel (Viti Levu) aus nehmen, das allerdings nur einmal im Monat verkehrt, oder ein Wasserflugzeug mieten. Mir wird klar, dass es mir wohl in absehbarer Zukunft nicht möglich sein wird, hierher zurückzukehren. Umso mehr versuche ich die Atmosphäre in mich aufzusaugen und beschließe die Gegend zu erkunden.
Die rechte Seite des Strandes wird von einem Felsriff begrenzt, so dass ich mich zur anderen Seite hinwende.
Da auch diese Lagune dem Wechsel der Gezeiten unterliegt, war der Strand bei unserer Ankunft sehr schmal. Jetzt ist es ein etwa fünf Meter breiter herrlicher Sandstrand. Ich laufe an kleinen im flachen Wasser gelegenen Inselchen vorbei, die von Sandzungen berührt werden.
An einer Stelle versperrt wiederum ein Fels den Weg. Ich folge einem kleinen Trampel-Pfad in Innere und stelle fest, dass hier schon einmal jemand angefangen hat eine Holz-Hütte zu bauen. Dies Vorhaben ist aber schon im Anfangsstadium unterbrochen worden. Ich lasse das Holz-Gerippe links liegen und erreiche hinter dem Fels wieder den Strand.
Der innere Rand Lagune, auf dem ich mich befinde, ist durchzogen von kleinen Bassins, die von noch nicht vollständig erodiertem ehemaligen Vulkangestein gebildet werden.

13.00 Uhr
Am Ende meiner Expedition treffe ich einen Kollegen, der mir seine Schnorchelausrüstung leiht. Ich schwimme um einen der Felsen herum und sehe im etwa drei Meter tiefen Wasser eine Vielzahl tropischer Fische, denen diese Lagune einen idealen Lebensraum bietet.
Ein übereifriger Putzerfisch, der mit einem größeren Fisch in einer Symbiose lebt, will kurzerhand den Wirt wechseln. Ich mache ihm deutlich, dass ich an seinen Diensten kein Interesse habe. Außerdem wäre unsere Liaison nur von kurzer Dauer. Er kehrt enttäuscht zu seinem ursprünglichen Herrn zurück. Vielleicht hatten sie grad Ärger.
Ich bin überwältigt von dem Naturschauspiel unter und über Wasser.

13.30 Uhr
Ich mache mich über das aufgebaute Buffet her. Rinderfilet mit Kartoffelsalat. Ich bin sicher, das hat in dieser Form an dieser Stelle noch nie jemand vor uns genossen. Danach hatte ich noch etwas Appetit und gönnte mir eine herrlich zarte Kalbsbratwurst. Alles dort vor Ort von Köchen frisch gebraten.
Wir verbringen den Rest des Nachmittags mit schwimmen und schnorcheln.

15.00 Uhr
Werden vom nautischen Offizier Jens auf eine Art Zodiac-Privat-Rundfahrt mitgenommen.
Die paradiesischen Buchten der Lagune laden geradezu zur Besiedelung ein. Umso erfreulicher, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, hier ein Hotel zu errichten. Der Offizier erklärt, dass dieses Land den ortsansässigen Häuptlingen gehört, deren Familien in streng hierarchischen Strukturen organisiert sind. Ich glaube aber, ein finanzkräftiger amerikanischer Investor könnte auch dieses Gefüge sprengen.

15.30 Uhr
Springe ins lauwarme, kristallklare Wasser der Lagune und tue lautstark Kund, ich habe meinen Platz in der Natur gefunden.

16.00 Uhr
Kehren überglücklich an Bord des Schiffes zurück, das an dieser Stelle nur driften kann. Am Rande des Korallenriffs fällt der Meeresspiegel steil auf über 1000 Meter Meerestiefe ab. So lang ist keine Ankerkette.
Wir fahren noch eine Runde um das Schiff und bemerken die ständig arbeitenden Seitenstrahlruder am Bug, die es auf Position halten. Jens erzählt, das funktioniert mittlerweile alles vollautomatisch.

19.00 Uhr
Lassen den einzigartigen Tag auf dem Achterdeck bei untergehender Sonne ausklingen.
Ein großer Vorteil dieser Art zu reisen, ist, es gibt an Deck keine Moskitos oder Sandflöhe. Die staubfreie, salzhaltige Luft schafft ein sehr gesundes Klima. Ich habe erstmals seit Herbst keinen Husten, Schnupfen, raue Hände oder ähnliches.

Abbildung 6

Abbildung 7