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Moorea, die Garteninsel

4.30 Uhr kurz aufgewacht und wach geblieben bis 7.00 Uhr. Dann aufgestanden.

8.00 Uhr
Frühstück mit Haferflocken und Joghurt. Früchte aus der Südsee, vor allem Mango und Papaya, haben ein großartiges Aroma.
Es gibt einfach Dinge, die muss man an dem Ort genießen, wo sie herkommen. Den Apfel aus dem alten Land, die Mango aus der Südsee, und den Obstler auf der Skihütte.
Schwimmen im schiffseigenen Pool. Die Sonne brennt erbarmungslos.
Wir liegen vor Moorea, einer wahren Perle der Südsee. Malerische Buchten. Schroffe, steil abfallende, aber saftig grüne, vulkanische Berge inmitten glasklaren, türkisen Wassers.

Abbildung 1

Sie gehört zu den Gesellschaftsinseln Französisch-Polynesiens und liegt etwa 18 km vor Tahiti. Die herzförmige Insel hat ca. 9000 Einwohner, ist 136 km groß und auf der Ringstraße fährt man in 62 km darum herum.

11.30 Uhr
Die Sonne im Zenit. Kommt bei uns zu Hause sehr selten vor. Werden mit kleinen Booten zum Anleger gebracht. Polynesische Dollars dividiert durch 100 sind so viel wert wie US Dollars. Mieten ein Auto für 62 US Dollar mit Air Condition. Sehr sinnvoll. Führerschein vergessen. Ist der Vermieterin egal. Hätte sowieso keinen gehabt. Bin bei Bremen mit 170 statt der erlaubten 120 erwischt worden. In diese Temporegionen stoße ich hier auf der Insel nicht ganz vor. Zuckeln gemütlich die Küstenstraße entlang. Sehr gepflegte Insel. Malerische Palmenhaine.

Abbildung 2

Nehmen eine Straße ins Landesinnere. In die Berge, zu einem Aussichtspunkt. Tolle Pflanzenwelt.
Kommen an der Schule vorbei. Die Moorea-Dorfjugend lümmelt sich betont lässig vor den Gebäuden. Diese Verhaltensstrukturen sind in jeder Kultur die gleichen.
Die Inselmitte ist meist in Wolken. Sehr angenehm. Wie sich die Perspektiven verschieben, wenn es so warm ist.

Abbildung 3

Vom Aussichtspunkt Belvedere eine umwerfende Aussicht auf die Cook und Opunohu Bay, in der unser Schiff wie ein Spielzeug dümpelt. Die Moskitos fressen mich auf. Die anderen haben keine Probleme damit. Man sagt, sie werden von besonders süßem Blut angezogen. Die wissen, was gut ist.

15.00 Uhr
Finden ein Hotel an dessen Strand man mit Delphinen tauchen kann. Sehr eindrucksvoll. War allerdings eine lange Schlange von Wartenden (arme Viecher) und hätte 170 Dollar pro Mann gekostet. War uns dann doch nicht mehr so danach. Wir gingen ohne schwimmen.

17.00 Uhr
Wir werden zurück zum Fisch, pardon Schiff, getendert.
Nutzen die weiter unten stehende Sonne für einen Drink am Sonnendeck. Für mich die schönste Tageszeit. Kellner sehr zuvorkommend. Junger Kerl mit bayrischem Akzent. Ich lass mir nichts anmerken.

18.00 Uhr
Suche ein Klavier zum üben. Finde einen Steinway-Flügel im Europasaal. Saal heißt er nur, weil er der größte Raum im Schiff ist. Bei uns hieße er Club. Bewege ein wenig meine von Salzwasser und hoher Luftfeuchtigkeit aufgequollenen Finger. Der Techniker unterbricht und belehrt mich, es sei kein Klavier-Stimmer an Bord und der nächste brauchbare einige tausend Kilometer entfernt. Ich verstehe und ziehe mich zurück, damit das Instrument noch für die anstehenden Konzerte brauchbar bleibt.

19.00 Uhr
Abendessen. Kein Tisch. Man hätte vorbestellen müssen. Das ist uns im Taumel unseres Urlaubsglückes nicht präsent gewesen. Finden noch Platz am Kindertisch. Haben mit Luke (5), Lex (3), Elisa (5), Julius (3, fast 4) und der Kinderbetreuerin Kathrin (23) erfrischend ungezwungene Tischnachbarn. Die einzigen, die ich bis dato erlebt habe, die nicht sofort unterwürfig aufgesprungen sind, als der Kapitän an den Tisch kam. Auf das Stichwort "Piekfein!" haben wir dann aber doch noch Haltung angenommen. Essen aus gegebener Situation Schnitzel mit Pommes (Ketchup & Majo), während die anderen Gäste sehr viel übersichtlichere Gerichte im Dialog mit noch viel übersichtlicheren Gerichten über sich ergehen lassen mussten. Die Reise entwickelt sich prächtig.

21.30 Uhr
Vorstellung der an Bord befindlichen Künstler. Eine Art Talkrunde, in der jeder sich vorstellt. War plötzlich so müde. Danach zwei Bier und ins Bett.